Handikap

Andy Oschem verteidigt den Handikap-Pokal – Peter Inhülsen belegt wieder nur den zweiten Platz

Ehrenpräsi Ernst Miglitsch war ein wenig enttäuscht. Nach der guten Beteiligung an den Vereinsmeisterschaften hatten nur 12 Spieler den Weg in die Halle am Riedweg gefunden. Die komplette 2. Herren glänzte durch Abwesenheit, dafür freuten sich die Adler über die ehemaligen Spieler Robert Brandes und Denny Großmann.

Angesichts der Teilnehmerzahl wurden zwei 6er-Gruppen gebildet. Zunächst spielten die Gruppenteilnehmer im Modus „Jeder gegen Jeden“ die Rangliste aus. Die beiden Erstplatzierten spielten anschließend über Kreuz die Finalteilnehmer aus.

In Gruppe 1 setzte überraschend Peter Inhülsen vor Andy Oschem durch, der seinen Mannschaftskameraden drei Punkte vorgeben musste. Beide wiesen am Ende 4:1 Spiele auf, da Andy gegen Peter verloren hatte und Peter Petra Pössel zum Sieg hatte gratulieren müssen. So entschied der Rechenschieber für Peter mit 14:8 Sätzen gegenüber Andy mit 13:7 Sätzen.

Auch zwischen Platz 3 und Platz 4 ging es äußerst eng zu.

Schließlich landete Frank Graetsch auf dem Bronzeplatz (3:2, 11:6) vor Petra Pössel (3:2, 10:10).

Auf den P?lätzen 5 und 6 landeten Wolfgang Ecke und völlig überraschend Marco Schubert.

„Ich habe mich im ersten Spiel gegen Andy, das ich mit 10:12 im fünften Satz verloren habe, völlig verausgabt. Danach lief nichts mehr“, versuchte der Routinier eine Entschuldigung für sein schwaches Abschneiden.

In Gruppe 2 ging es dagegen „normal“ zu. Rene Miglitsch ließ nichts anbrennen und zog ohne Niederlage ins Halbfinale. Den zweiten Platz belegte überraschend Meike Scheithauer mit 4:1 Spielen. „Mit dem Halbfinale habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das ist super“, freute sich Adlers Nr. 2 bei den Damen. Auf Platz 3 und 4 liefen die Ehemaligen ein. Denny Großmann wies am Ende 3:2 Siege auf, Robert Brandes 2:3 Siege.

Platz 5 erreichte Karl-Heinz Brandes mit 1:4 Siegen vor Rika Inhülsen.

Wer würde jetzt ins Finale kommen? Die beiden Halbfinalspiele versprachen jedenfalls Spannung.

Andy Oschem hatte sich mit Rene Miglitsch auseinanderzusetzen, wahrhaftig keine leichte Aufgabe, denn, wie oben bereits erwähnt, ermusste seiner Nr. 2 drei Punkte vorgeben. Aber Andy wäre nicht Andy, wenn er nicht den Kampf aufnehmen würde. Und er bestand ihn mal wieder bravourös. Es war zwar knapp, aber es reichte. Nach fünf Sätzen verließ er den Tisch als Sieger.

Auch im anderen Halbfinale wurde viel Schweiß vergossen. Mit einer Vorgabe von 4: (-1) ausgestattet, konnte Meike Scheithauer aber trotzdem Peter Inhülsen nicht knacken.

 

So kam es zu dem Evergreen der Saison 2016/17: Andy Oschem gegen Peter Inhülsen.

Um es vorwegzusagen, Andy behielt wieder die Oberhand, wieder siegte er in vier Sätzen und wieder war der dritte Satz der entscheidende. Nach einem unglaublichen ersten Satz, der 11:3 für Andy endete, d.h. Peter hatte keinen Punkt gemacht, entschied Peter den zweiten hauchdünn für sich mit 11:9. Im dritten Satz sah Peter wie der sichere Sieger aus, führte bereits mit 10:8, aber Andy glich aus. Immer wieder lag er zurück und glich wieder aus – bis zum 16:16. Dann drehte er den Spieß um und siegte mit 18:16. Acht Satzbälle hatte er damit abgewehrt. Unglaublich!

Obwohl der vierte satz auch knapp 11:9 für Andy endete, hatte Adlers Spitzenspieler hier alles sicher im Griff und holte damit innerhalb einer Woche seinen zweiten Titel. ​​ 

Es warein sehenswertes Finale, darüber waren sich alle Anwesenden einig, mit einem auf dem Zahnfleisch gehenden Peter Inhülsen. Er erinnerte ein wenig an die Tennislegende Michael Westphal und seinem Spiel gegen Tomas Smid 1985 in der Frankfurter Festhalle im Halbfinale des Davis Cups zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei.

Wie dieser wankte Peter immer wieder an den Tisch, wischte sich den Schweiß aus den Augen, riss die Vorhand und rang immer wieder nach Luft. „Ich muss im dritten Satz einen von den vielen Satzbällen – wie viele ware es? Sechs? Acht? - ​​ machen, da war ich zu hastig. Aber egal. Jetzt freue ich mich nur noch auf eine heiße Badewanne“, japste Adlers Nr. 5 und nahm die niederlage nicht weiter tragisch.