Tischtennisschläger trifft Ball am Tisch – Symbolbild Spielbericht

Neue Mannschaft, erster Volltreffer: Adler IV startet mit 8:2 in die Saison

Neue Aufstellung, neue Rollen und ein Rückkehrer, der offenbar nichts verlernt hat: Der SV Adler Hämelerwald IV ist in der 4. Kreisklasse, Gruppe 01, mit einem überzeugenden 8:2-Heimsieg gegen den TSV Dollbergen IV in die neue Saison gestartet. Dabei sah es zunächst keineswegs nach einem derart deutlichen Abend aus.

Nach dem Abgang von Norbert Brendel sowie dem Wechsel von Wolfgang Ecke und Frank Zink in die dritte Mannschaft rückte Wolfgang „Wolle“ Gilster an Position eins und übernahm zugleich das Amt des Mannschaftsführers. Dahinter bildeten Karl-Heinz Brandes, Stefan Rademacher und Neuzugang Deryan Demir die neu zusammengestellte Vierte.

Rademacher geht in seiner zweiten Tischtennissaison erstmals als Stammspieler an den Start. Demir feierte nach einigen Jahren Pause sein Punktspiel-Comeback im Adler-Trikot. Dass er dabei nicht lange zum Einspielen benötigen würde, hatte er bereits am Vortag als Ersatzspieler der Dritten angedeutet: Gegen Dollbergen III gewann er beide Einzel deutlich. Brandes war dort ebenfalls eingesprungen, blieb allerdings ohne Sieg. Die Partie ging mit 3:7 verloren.

Doch Tischtennis ist bekanntlich großzügig: Schon am nächsten Tag werden die Karten neu gemischt.

Zwischen Traumstart und Doppel-Delle

In den Doppeln teilten sich beide Mannschaften zunächst die Punkte. Gilster und Brandes führten gegen Wiekenberg und Schulz nach zwei Sätzen bereits mit 2:0, mussten sich am Ende aber noch mit 2:3 geschlagen geben.

Oder anders gesagt: Ein Doppel ist erst gewonnen, wenn tatsächlich drei Sätze auf der Habenseite stehen. Diese altbekannte Regel wurde zum Saisonauftakt sicherheitshalber noch einmal praktisch überprüft.

Deutlich souveräner präsentierten sich Rademacher und Demir. Das neu formierte Adler-Doppel ließ Schenk und Friesecke-Reiter beim 11:5, 11:8 und 11:3 kaum zur Entfaltung kommen und stellte zum 1:1-Ausgleich.

Aus einem 1:2 werden sieben Siege in Serie

Der Start in die Einzel verlief ebenfalls etwas holprig. Wolle Gilster gewann gegen Daniel Schulz den ersten Satz klar mit 11:5, verlor danach jedoch zunehmend den Zugriff auf die Partie. Schulz drehte das Spiel und brachte Dollbergen mit 3:1 in Führung.

Beim Zwischenstand von 1:2 war Karl-Heinz Brandes gefordert. Gegen Harald Wiekenberg entwickelte sich eine ausgesprochen enge Begegnung, die erst im fünften Satz entschieden wurde. Dort setzte sich Brandes deutlich mit 11:5 durch. Nach fünf Durchgängen trennte beide Spieler gerade einmal ein einziger Ball: 45:44 für Brandes.

Nach dem sieglosen Einsatz am Vortag meldete er sich damit genau im richtigen Moment zurück. Timing kann man offenbar nicht nur beim Topspin gebrauchen.

Anschließend übernahm das untere Paarkreuz. Stefan Rademacher traf auf Lennart Friesecke-Reiter. Eine passende Begegnung, denn Rademachers einziger Einsatz der vergangenen Saison hatte ebenfalls gegen Dollbergen IV stattgefunden. Diesmal stand er allerdings nicht als gelegentlicher Ersatzspieler, sondern als fester Bestandteil der Mannschaft am Tisch.

Nach einem umkämpften 13:11 gewann Rademacher zunehmend die Kontrolle und sicherte sich mit 11:8 und 11:2 einen überzeugenden 3:0-Erfolg.

Noch weniger Diskussionsbedarf ließ Deryan Demir aufkommen. Gegen Michael Schenk gewann er mit 11:2, 11:4 und 11:1. Drei Sätze, sieben Gegenpunkte – deutlicher lässt sich ein gelungenes Comeback kaum formulieren.

Aus dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand war damit eine 4:2-Führung geworden.

Wolle schüttelt sich – und die Mannschaft zieht davon

Zum Auftakt der zweiten Einzelrunde zeigte Wolle Gilster, warum er an der Spitzenposition aufgestellt ist. Die vorherige Niederlage war abgehakt, gegen Harald Wiekenberg gewann der neue Mannschaftsführer klar mit 11:8, 11:4 und 11:7.

Nach dem verlorenen Fünfsatzdoppel und seinem schwierigen ersten Einzel war das eine bemerkenswerte Reaktion: Mund abputzen, neu sortieren, 3:0 gewinnen – kann man so machen.

Karl-Heinz Brandes bekam es anschließend mit Daniel Schulz zu tun, dem bis dahin stärksten Dollberger Einzelspieler. Brandes führte schnell mit 2:0, musste nach einem 12:14 im dritten Satz aber noch einmal arbeiten. Mit einem umkämpften 12:10 im vierten Durchgang machte er seinen zweiten Einzelsieg perfekt.

Auch Stefan Rademacher blieb ungeschlagen. Gegen Michael Schenk musste er beim 3:1 zwar erstmals einen Satz abgeben, bewies danach jedoch die nötige Ruhe. Besonders wichtig war das 12:10 im dritten Satz, bevor er die Begegnung mit einem klaren 11:6 beendete.

Den Schlusspunkt setzte erneut Deryan Demir. Beim 11:3, 11:3 und 11:6 gegen Friesecke-Reiter ließ er nichts mehr anbrennen. Seine Bilanz zum Saisonauftakt: zwei Einzelsiege, 6:0 Sätze, lediglich 19 abgegebene Punkte – und dazu der gemeinsame Doppelerfolg mit Rademacher.

Eine geschlossene Mannschaftsleistung

Am Ende stand ein deutliches 8:2 bei 27:10 Sätzen und 375:282 Bällen. Überzeugend war vor allem, dass alle vier Adler-Spieler ihren Anteil daran hatten.

Wolle Gilster zeigte nach seinem schwierigen Start eine starke Reaktion. Karl-Heinz Brandes holte beide Einzel und setzte mit seinem Fünfsatzsieg einen wichtigen Wendepunkt. Stefan Rademacher feierte als neuer Stammspieler zwei verdiente Siege. Und Deryan Demir bestätigte eindrucksvoll, dass er trotz mehrjähriger Pause noch ziemlich genau weiß, an welcher Seite des Schlägers der Ball getroffen werden sollte.

Auch abseits der Tische war einiges geboten. Dauerhafte Störgeräusche sorgten für eine ganz eigene Begleitmusik. Ein besonderer Dank geht deshalb an Andi, Daniel und Hanh, die mit einer ebenso einfachen wie smarten Mattenlösung für eine spürbare Dämmung sorgten. Manchmal kommt es eben nicht nur auf Holz und Belag an, sondern auch auf das richtige Stück Gummi an der richtigen Stelle.

Ein großes Kompliment geht außerdem an die sympathische Mannschaft aus Dollbergen, die sich weder von den Nebengeräuschen noch vom Spielverlauf die gute Laune nehmen ließ. So konnte der Abend nach dem letzten Ballwechsel ganz traditionell bei einem gemeinsamen Bierchen ausklingen.

Ein sportlich starker und menschlich angenehmer Saisonauftakt: Die ersten Punkte sind eingefahren und die neu formierte Vierte hat auf Anhieb gezeigt, dass diese Zusammenstellung funktionieren kann. So darf eine Saison gerne anfangen – Fortsetzung ausdrücklich erwünscht!